Immer mehr Menschen misstrauen der konventionellen Medizin und setzen auf alternative Heilmethoden, deren Wirksamkeit nicht erwiesen ist. Der Grund für die Ausbreitung der Glaubensmedizin liegt nicht zuletzt im neoliberalen Gesundheitssystem.
Im
Bereich der Medizin existiert ein unübersichtlicher Markt, auf dem unzählige
Anwendungen und Produkte angeboten werden. Das trifft vor allem auf die
sogenannte Alternativmedizin zu, die man besser als Glaubens- bzw. Paramedizin
bezeichnet. Für diese Richtung gibt es zahlreiche Namen: alternative
Heilmethoden, sanfte Medizin, ganzheitliche Medizin oder auch
Erfahrungsheilkunde. Die Begriffe klingen gut und erwecken den Eindruck, es
gäbe jenseits der konventionellen Medizin einen großen Erfahrungsschatz an
alternativen Methoden, die einer stärkeren Berücksichtigung bei der Behandlung
von Patientinnen und Patienten bedürften. Akupunktur, anthroposophische
Medizin, Bach-Blütentherapie, Traditionelle Chinesische Medizin (TCM),
Schüßler-Salze oder Homöopathie zählen zu den bekanntesten Angeboten auf diesem
Markt.
Dies ist die Einleitung zu einem Beitrag, der in der Ausgabe vom 27.01.2017 in der Tageszeitung junge Welt erschienen ist. Sie wollen mehr wissen? Dann folgen Sie diesem Link.
Aufklärung muss als permanente Empörung verstanden werden, nur dann entgeht sie der Gefahr, sich an die bestehenden Verhältnisse anzupassen.
Sonntag, 19. März 2017
Montag, 19. Dezember 2016
Die Linke versagt im Kampf um ein aufgeklärtes Europa
"Auf den Straßen Deutschlands herrscht der Ausnahmezustand. Die zunehmende Ungleichheit zwischen Arm und Reich, die (islamistischen) Anschläge und der Zuwachs rechtspopulistischer und reaktionärer Bewegungen/Parteien bedrohen den sozialen Frieden. In diesem Zusammenhang stellen sich viele Fragen– auch im Hinblick auf die Rolle der unterschiedlichen Religionsgemeinschaften im demokratischen Gemeinwesen. Wie sollte das Verhältnis zwischen Staat und Religionsgemeinschaften zukünftig aussehen? Welche Maßnahmen müssen ergriffen werden, um den religiösen Fundamentalismus aller Religionen einzudämmen? Wie können Politik und Gesellschaft auf die Bestrebungen religiöser Kräfte reagieren, Kritik und Blasphemie stärker zu ahnden? Eigentlich ist die Antwort klar: Mehr individuelle Selbstbestimmung, weniger Verflechtung zwischen Staat und Religion und vor allem: keine Toleranz gegenüber fundamentalistischen Kräften aus Furcht vor dem Rassismusvorwurf. Doch es scheint, als würde ausgerechnet die Linke in diesen Fragen dem religiösen Bekenntnis – pauschal und ohne Differenzierung – den Vorzug geben. [...]"
Dies ist die Einleitung zu einem Beitrag, der in der Ausgabe (2/2016) des politischen Magazins MIZ (Materialien und Informationen zur Zeit). Sie wollen mehr wissen? Dann folgen Sie diesem Link
Mittwoch, 30. September 2015
Satirische Religionskritik als Einladung zur Emanzipation
Mit der Frage, wo politische Kunst zwischen Freiheit und
Zurückhaltung ihren Platz findet, setzt sich das aktuelle Heft der
atheistischen Zeitschrift MIZ (Materialien und Informationen zur Zeit) auseinander. In einer Beilage wird der Blick
konkret auf die Debatten nach dem Anschlag auf die Redaktion des französischen
Satiremagazins Charlie Hebdo gerichtet. Die Autoren erkennen dabei in erster
Linie Kritikabwehr, Emanzipationsverweigerung und Zugeständnisse an
religiös-identitäre Positionen. Chefredakteur Christoph Lammers sieht als Folge
einen gewachsenen Einfluss konservativer Kräfte, auf deren Agenda „nicht der
gegenseitige Respekt der Individuen und die Akzeptanz demokratisch erkämpfter
Werte wie Freiheit und Gleichheit stehen, sondern die Unterwerfung des
Individuums unter religiös-archaische Vorstellungen“.
Mittwoch, 6. Mai 2015
Sammelband zur Paramedizin erschienen
Das Thema Alternativmedizin ist in aller Munde. Das Internet ist voll von pseudomedizinischen Angeboten. Die Homöopathie gehört längst in jede Hausapotheke, wenngleich nichts drin ist. Und die Zahl der Impfgegner/innen bleibt konstant hoch. Vergessen werden soll an dieser Stelle nicht der neue Star unter den pseudomedizinischen Produkten, das MMS (Miracle Mineral Supplement). Dabei handelt es sich um Chlorbleiche, mit der alles mögliche geheilt werden soll.
Die Verantwortung für den Konsum an pseudomedizinischen Produkten möchte niemand übernehmen. Die Probleme sind vielfältig und die Lösung alles andere als einfach. Nicht von der Hand zu weisen ist, dass die Entwicklungen auf dem Gesundheitsmarkt immer mehr Menschen in die Arme so genannter Heiler/innen treiben. Diese behaupten, mit Zuckerkügelchen, Handauflegung und diversen Tinkturen Krankheiten heilen zu können. Wenn man die Wahl zwischen ca. acht Minuten beim Facharzt und ca. 90 Minuten beim homöopathischen Arzt hat, dann greifen viele zu und lassen sich diesen Besuch einiges kosten - oder rechnen es bei ihrer Krankenkasse ab. In einer Gesellschaft, die immer komplexer und zeitfressender ist, wo sich immer weniger Menschen viel und immer mehr Menschen wenig leisten können, wo das Prinzip Leistung zur neuen Religion erhoben wird, suchen viele Menschen nach einer Pause, die sie fälschlicherweise in der Paramedizin zu finden glauben.
Bereits 2011, also weit vor dem aktuellen Hype um das Thema, hatte sich die Fachgruppe Biologiedidaktik an der TU Dortmund dem Thema angenommen und es zum Schwerpunkt des Kolloquiums 'Biologie und Gesellschaft' gemacht. Die daraus resultierenden Aufsätze sind nun im Alibri Verlag erschienen. Das Buch "Anders heilen? Wo die Alternativmedizin irrt" umfasst Aufsätze von namhaften Kritiker/innen der Paramedizin, so auch Edzard Ernst und Colin Goldner.
Weitere Informationen zum Buch und zu den Autor/innen gibt es hier. Ich wünsche eine angenehme und aufklärende Lektüre.
Die Verantwortung für den Konsum an pseudomedizinischen Produkten möchte niemand übernehmen. Die Probleme sind vielfältig und die Lösung alles andere als einfach. Nicht von der Hand zu weisen ist, dass die Entwicklungen auf dem Gesundheitsmarkt immer mehr Menschen in die Arme so genannter Heiler/innen treiben. Diese behaupten, mit Zuckerkügelchen, Handauflegung und diversen Tinkturen Krankheiten heilen zu können. Wenn man die Wahl zwischen ca. acht Minuten beim Facharzt und ca. 90 Minuten beim homöopathischen Arzt hat, dann greifen viele zu und lassen sich diesen Besuch einiges kosten - oder rechnen es bei ihrer Krankenkasse ab. In einer Gesellschaft, die immer komplexer und zeitfressender ist, wo sich immer weniger Menschen viel und immer mehr Menschen wenig leisten können, wo das Prinzip Leistung zur neuen Religion erhoben wird, suchen viele Menschen nach einer Pause, die sie fälschlicherweise in der Paramedizin zu finden glauben.
Bereits 2011, also weit vor dem aktuellen Hype um das Thema, hatte sich die Fachgruppe Biologiedidaktik an der TU Dortmund dem Thema angenommen und es zum Schwerpunkt des Kolloquiums 'Biologie und Gesellschaft' gemacht. Die daraus resultierenden Aufsätze sind nun im Alibri Verlag erschienen. Das Buch "Anders heilen? Wo die Alternativmedizin irrt" umfasst Aufsätze von namhaften Kritiker/innen der Paramedizin, so auch Edzard Ernst und Colin Goldner.
Weitere Informationen zum Buch und zu den Autor/innen gibt es hier. Ich wünsche eine angenehme und aufklärende Lektüre.
Donnerstag, 27. November 2014
Religionskritik als Gesellschaftskritik
Als sich kurz vor den diesjährigen Landtagswahlen in Thüringen abzeichnete, dass es für ein Regierungsbündnis zwischen Linke, SPD und Grüne reichen könnte, schürte die Pfarrerstochter und Bundeskanzlerin Angela Merkel die Angst vor dem Gespenst des Kommunismus. Es könne doch nicht sein, so Merkel, dass „jetzt der Karl Marx in die Staatskanzlei getragen werden“ solle.
Mir scheint, dass es Merkel nicht allein darum geht, dass ein „Linker“ möglicherweise Ministerpräsident in einem ostdeutschen Bundesland werden könnte. Schließlich ist Bodo Ramelow, obwohl der Linkspartei zugehörig, bibelfest und realpolitisch orientiert. Vielmehr geht es um eine Trendwende, die der Politik große Sorgen bereitet. Die Zweifel an den Heilsversprechungen des Kapitalismus werden immer lauter. Das europäische Diktat der Alternativlosigkeit wird in vielen Ländern hinterfragt. In den Sozial- und Geisteswissenschaften und selbst in den Wirtschaftswissenschaften wird der Kapitalismus immer öfter einer schonungslosen Kritik unterzogen. Dabei greifen viele Kritiker_innen einmal mehr auf Karl Marx und seine Analysen der gesellschaftlich-ökonomischen Wirklichkeit zurück, wie er sie im 19. Jahrhundert formulierte.
Dies ist der Beginn des Editorials zum Schwerpunkt 'Marx reloaded' in der aktuellen Ausgabe (3/2014) des politischen Magazins MIZ (Materialien und Informationen zur Zeit). Sie wollen mehr wissen? Dann folgen Sie diesem Link
Dienstag, 4. Februar 2014
Dichtung und Wahrheit
Der Blick in die Zeitungen und ins Fernsehprogramm verrät
viel über den jeweiligen Zustand einer Gesellschaft. In Bezug auf das aktuelle
Schwerpunktthema ist damit weniger die Qualität der Informationen und des
Entertainment gemeint, vielmehr die Frage, womit sich die Medien zurzeit beschäftigen.
Und hier zeigt sich, dass Verschwörungstheorien und Geheimbünde en vogue sind.
Die Faszination, die das Thema auslöst, speist sich aus ganz unterschiedlichen Motivationen. Ist es für die einen der Ausdruck von Skepsis gegenüber Herrschaftsstrukturen, wie sie durch Religionen, Esoterik und den Staat seit Jahrhunderten ausgeübt werden, ist es für eine wachsende Zahl an Menschen eine Wahnvorstellung. Unter zur Hilfenahme von Religionen, Esoterik und den Staat werden Theorien konstruiert und missliebige Personen und Gruppen diffamiert. Dies alles geschieht auch heute, obwohl oder gerade weil wir im Zeitalter der Globalisierung leben. [...]
Dies ist der Beginn des Editorials zum Schwerpunkt 'Der geheiligte Status quo' in der aktuellen Ausgabe (1/2013) des politischen Magazins MIZ (Materialien und Informationen zur Zeit). Sie wollen mehr wissen? Dann folgen Sie diesem Link
Die Faszination, die das Thema auslöst, speist sich aus ganz unterschiedlichen Motivationen. Ist es für die einen der Ausdruck von Skepsis gegenüber Herrschaftsstrukturen, wie sie durch Religionen, Esoterik und den Staat seit Jahrhunderten ausgeübt werden, ist es für eine wachsende Zahl an Menschen eine Wahnvorstellung. Unter zur Hilfenahme von Religionen, Esoterik und den Staat werden Theorien konstruiert und missliebige Personen und Gruppen diffamiert. Dies alles geschieht auch heute, obwohl oder gerade weil wir im Zeitalter der Globalisierung leben. [...]
Dies ist der Beginn des Editorials zum Schwerpunkt 'Der geheiligte Status quo' in der aktuellen Ausgabe (1/2013) des politischen Magazins MIZ (Materialien und Informationen zur Zeit). Sie wollen mehr wissen? Dann folgen Sie diesem Link
Mittwoch, 29. Mai 2013
Verbieten verboten
"Wären Sie überrascht, wenn ich Ihnen sagen würde, dass von 198 Staaten dieser Erde 32 (16%) so genannte Anti-Blasphemie-Gesetze und 20 (10%) Gesetze gegen Glaubensabfall besitzen, zudem 87 Länder (44%) Gesetze zur Diffamierung von Religionen im Allgemeinen bzw. Hassreden gegen die Angehörigen von Glaubensgemeinschaften in ihren Gesetzbüchern behandeln? Und wussten Sie, dass in acht von 45 europäischen Staaten so genannte Blasphemie-Gesetze existieren und in 35 europäischen Ländern Gesetze zur Diffamierung bzw. Hassreden existieren? Und was halten Sie davon, dass in Irland Gotteslästerung erst kürzlich unter Strafe gestellt und in Malta das Verbot des Theaterstück „Stitching for Blasphemy“ wegen Blasphemie durch den Verwaltungsrat bestätigt wurde?"
Dies ist der Beginn des Editorials zum Schwerpunkt 'Der geheiligte Status quo' in der aktuellen Ausgabe (1/2013) des politischen Magazins MIZ (Materialien und Informationen zur Zeit). Sie wollen mehr wissen? Dann folgen Sie diesem Link
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Dienstag, 4. Dezember 2012
Die Würde des Kindes...
"... ist antastbar. Dies ist der Eindruck, der bestehen bleibt, schaut man sich die bisweilen heftig geführte Debatte um die Beschneidung von Jungen an. Mit dem nun vorliegenden Gesetz wird die Unversehrtheit des Körpers eines jeden Kindes hinter die Religionsfreiheit (Art. 4 GG) und hinter das Recht der Eltern auf die religiöse Erziehung des Kindes (Art. 6 GG) zurückgestellt. Die Würde des Kindes (Art. 1 GG) wird damit zu einem Verfassungsrecht dritten Ranges degradiert.[...]"
Dies ist der Beginn des Editorials zum Schwerpunkt 'Beschnittene Kinderrechte' in der aktuellen Ausgabe (3/2012) des politischen Magazins MIZ (Materialien und Informationen zur Zeit). Sie wollen mehr wissen? Dann folgen Sie diesem Link
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Montag, 26. März 2012
Neue Kampagne zu kirchlichem Arbeitsrecht (GerDiA)
Der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA e.V.) und die Giordano Bruno Stiftung (gbs) haben eine Kampagne gegen religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz (GerDiA) ins Leben gerufen. Im Mittelpunkt steht vor allem die Aufklärung über die Arbeitsverhältnisse für ArbeitnehmerInnen in Sozialeinrichtungen in kirchlicher Trägerschaft. Sie wollen mehr wissen? Dann folgen Sie diesem Link
Donnerstag, 19. Januar 2012
Bibeltreu in Schule und Hochschule
Für fundamentalistische ChristInnen gilt Gott als höchste Autorität in allen Lebenslagen. Sie sind bibeltreu, vertreten ein rückwärtsgewandtes Geschlechterrollenverständnis und missionieren mit diesem Anspruch in der ganzen Welt. Etwa 1,5 Mio. Menschen in Deutschland bezeichnen sich als bibeltreu. Wie notwendig es ist, sich aus bildungstheoretischer Perspektive mit dem Evangelikalismus in Deutschland auseinander zu setzen, zeigt die Tatsache, dass der Wissenschaftsrat bereits vier evangelikale Einrichtungen akkreditiert und sie damit den öffentlichen Hochschulen faktisch gleichgestellt hat. Unter dem Deckmantel der Freiheit der Wissenschaft predigt man an diesen Hochschulen gegen die moderne Wissenschaft und gegen gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Zudem behauptet sich die evangelikale Theologie als Alternative zur text- und traditionskritischen Theologie. Selbstbewusster denn je drängt diese konservative Bewegung in die Öffentlichkeit.
Dies ist ein Beitrag, der in der aktuellen Ausgabe (4/2011) der Zeitschrift Forum Wissenschaft erschienen ist. Sie wollen mehr wissen? Dann folgen Sie diesem Link
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Dienstag, 8. November 2011
2083 + 1518 = 0
"Mit dem Anschlag vom 22. Juli 2011 auf der Insel Utøya ging ein Schock durch das vergleichsweise liberale Norwegen. Wurde zunächst über einen islamistischen Anschlag gemutmaßt, lenkte ein Polizeisprecher den Blick auf den christlich-fundamentalistischen Hintergrund des Attentäters. Anders Behring Breivik ein christlicher Fundamentalist? Vor allem kirchennahe ExpertInnen bemühten sich zügig eines von vornherein klarzustellen: Breivik habe keinen christlich-fundamentalistischen Hintergrund. Das Christentum, als die Religion der Nächsten- und Feindesliebe, dürfe dafür nicht mitverantwortlich gemacht werden. Das 1518 Seiten starke Manifest Breiviks spricht eine andere Sprache.
Da die Mehrzahl der deutschen KommentatorInnen generell davor zurückschreckt Religion mit Gewalt in Beziehung zu setzen, verwundert es nicht, dass bei der Frage nach den Motiven des Täters der religiöse Hintergrund nicht zur Sprache kommt. Der Grund ist möglicherweise der, dass die Kirchen durch die Missbrauchsfälle stark in Bedrängnis geraten sind und man somit eine neue kirchenkritische Berichterstattung vermeiden will. Die Presse konzentrierte sich deshalb in erster Linie auf die geistigen Paten des Attentäters: den norwegischen Blogger Fjordman und den US-amerikanischen Unabomber Ted Kaczynski. Zwar haben beide einen enormen Einfluss auf Breivik, dennoch kann diese Tatsache nicht darüber hinweg täuschen, dass sein Manifest von dem Grundgedanken getragen wird, dass sich das christliche Europa für den Endkampf rüsten muss. Obwohl dies offensichtlich ist, folgt das Gros der JournalistInnen einer Argumentationskette, die leicht zu widerlegen ist. [...]"
Dies ist ein weiterer Beitrag zum Schwerpunkt 'Papstbesuch' in der aktuellen Ausgabe (3/2011) des politischen Magazins MIZ (Materialien und Informationen zur Zeit). Sie wollen mehr wissen? Dann folgen Sie diesem Link
Da die Mehrzahl der deutschen KommentatorInnen generell davor zurückschreckt Religion mit Gewalt in Beziehung zu setzen, verwundert es nicht, dass bei der Frage nach den Motiven des Täters der religiöse Hintergrund nicht zur Sprache kommt. Der Grund ist möglicherweise der, dass die Kirchen durch die Missbrauchsfälle stark in Bedrängnis geraten sind und man somit eine neue kirchenkritische Berichterstattung vermeiden will. Die Presse konzentrierte sich deshalb in erster Linie auf die geistigen Paten des Attentäters: den norwegischen Blogger Fjordman und den US-amerikanischen Unabomber Ted Kaczynski. Zwar haben beide einen enormen Einfluss auf Breivik, dennoch kann diese Tatsache nicht darüber hinweg täuschen, dass sein Manifest von dem Grundgedanken getragen wird, dass sich das christliche Europa für den Endkampf rüsten muss. Obwohl dies offensichtlich ist, folgt das Gros der JournalistInnen einer Argumentationskette, die leicht zu widerlegen ist. [...]"
Dies ist ein weiterer Beitrag zum Schwerpunkt 'Papstbesuch' in der aktuellen Ausgabe (3/2011) des politischen Magazins MIZ (Materialien und Informationen zur Zeit). Sie wollen mehr wissen? Dann folgen Sie diesem Link
Papa don't preach
"Es ist schon ein seltsames Schauspiel, welches sich in den letzten Wochen in Deutschland darbot. Die Parlamentarier/innen, Kirchenvertreter und Kommentator/innen predigten unisono wie sehr 'wir vom christlichen Glauben geprägt sind – in Deutschland, aber auch in Europa insgesamt.' So wie Angela Merkel begrüßten zahlreiche Politiker/innen den Besuch Ratzingers. In Kommentaren zur Rede im Bundestag überschlugen sie sich. Andrea Nahles, SPD-Generalsekretärin, glaubte eine 'kluge und gute Rede' gehört zu haben, die 'in eine tiefere Region des Denkens' geführt habe. Jakob Augstein tönte gar auf SPIEGEL online: 'Wir Abendländer entstammen alle ihrem Schoß. [...] Die Kirche verdient Respekt.'
Man könnte meinen, Gott höchstpersönlich sei auf die Erde zurückgekehrt, so sehr ergoss sich das politische Establishment in Lob und Gehorsam gegenüber einem der letzten Diktatoren Europas. Gerade im Hinblick auf das 20. Jahrhundert muss an Folgendes erinnert werden: Die Demokratie ist eine Errungenschaft der Aufklärung und wurde gegen den erbitterten Widerstand der Kirchen erkämpft. Es ist ein Ausdruck der Verachtung der Demokratie, wenn ihre Volksvertreter/innen einen christlichen Religionsführer im Parlament sprechen lassen. [...]"
Dies ist der Anfang des Editorials zum Schwerpunkt 'Papstbesuch' in der aktuellen Ausgabe (3/2011) des politischen Magazins MIZ (Materialien und Informationen zur Zeit). Sie wollen mehr wissen? Dann folgen Sie diesem Link
Man könnte meinen, Gott höchstpersönlich sei auf die Erde zurückgekehrt, so sehr ergoss sich das politische Establishment in Lob und Gehorsam gegenüber einem der letzten Diktatoren Europas. Gerade im Hinblick auf das 20. Jahrhundert muss an Folgendes erinnert werden: Die Demokratie ist eine Errungenschaft der Aufklärung und wurde gegen den erbitterten Widerstand der Kirchen erkämpft. Es ist ein Ausdruck der Verachtung der Demokratie, wenn ihre Volksvertreter/innen einen christlichen Religionsführer im Parlament sprechen lassen. [...]"
Dies ist der Anfang des Editorials zum Schwerpunkt 'Papstbesuch' in der aktuellen Ausgabe (3/2011) des politischen Magazins MIZ (Materialien und Informationen zur Zeit). Sie wollen mehr wissen? Dann folgen Sie diesem Link
Montag, 17. Oktober 2011
Kolloquiumsvorträge zum Thema 'Paramedizin'
Immer öfters glauben Menschen, dass so genannte alternative, sanfte Medizin - bei gleicher Effektivität, mit weniger Nebenwirkungen und zudem preiswerter - jede Form von Krankheit heilen könne. Dies betrifft nicht nur die Erkältung, sondern auch lebensbedrohende Krankheiten wie beispielsweise Infektionen oder Tumore. Dieser Glaube wird nicht zuletzt dadurch befördert, dass immer mehr ÄrztInnen Verfahren wie beispielsweise Akupunktur, Homöopathie, Anthroposophische oder auch traditionelle chinesische Medizin in ihren Praxen anbieten, ohne auf deren gesundheitliche Risiken hinzuweisen.
Auch in der Wissenschaft wächst der Zuspruch für die Paramedizin. Bereits heute können an einem Drittel der medizinischen Fakultäten Wahlkurse in Homöopathie belegt werden. Die Universität Frankfurt/Viadrina steht mit ihrem Studiengang Komplementärmedizin stellvertretend für diese Entwicklung.
Der paramedizinische Markt boomt. Etwa 9 Milliarden Euro werden in Deutschland jedes Jahr für die Paramedizin ausgegeben. Bei mittlerweile mehr als 30.000 HeilpraktikerInnen suchen PatientInnen medizinischen Beistand.
Diese Entwicklung gilt es von Seiten der Wissenschaft ernst zu nehmen und kritisch zu hinterfragen.Dies hat sich die FG Biologiedidaktik an der TU Dortmund zur Aufgabe gemacht und lädt zu einer Veranstaltungsreihe zu dem Thema ein. Geladen sind ReferentInnen, die sich seit Jahren kritisch mit der Paramedizin beschäftigen. Weitere Informationen dazu finden Sie hier
Auch in der Wissenschaft wächst der Zuspruch für die Paramedizin. Bereits heute können an einem Drittel der medizinischen Fakultäten Wahlkurse in Homöopathie belegt werden. Die Universität Frankfurt/Viadrina steht mit ihrem Studiengang Komplementärmedizin stellvertretend für diese Entwicklung.
Der paramedizinische Markt boomt. Etwa 9 Milliarden Euro werden in Deutschland jedes Jahr für die Paramedizin ausgegeben. Bei mittlerweile mehr als 30.000 HeilpraktikerInnen suchen PatientInnen medizinischen Beistand.
Diese Entwicklung gilt es von Seiten der Wissenschaft ernst zu nehmen und kritisch zu hinterfragen.Dies hat sich die FG Biologiedidaktik an der TU Dortmund zur Aufgabe gemacht und lädt zu einer Veranstaltungsreihe zu dem Thema ein. Geladen sind ReferentInnen, die sich seit Jahren kritisch mit der Paramedizin beschäftigen. Weitere Informationen dazu finden Sie hier
Montag, 19. September 2011
Ein Theokrat unter DemokratInnen
Braucht die Vernunft die Korrektur durch die Religion? So glaubt es zumindest Ratzinger, der aktuelle Papst der katholischen Kirche. Dem muss widersprochen werden. Für die Vernunft bedarf es kluger, säkularer und rationaler Menschen, die sich im demokratischen Raum für die Verbesserung der Gesellschaften einsetzen. Bisher haben uns alle Religionen, keine sei dieser Taten ausgenommen, ins soziale Unglück gestürzt. Wir müssen endlich aufstehen und uns widersetzen. Die Demokratie ist eine Errungenschaft der Aufklärung und wurde und wird gegen jede Religion, Psychogruppe oder irrationaler Fantasterei erkämpft. Indem die gewählten VolksvertreterInnen des deutschen Bundestages, mit ihnen viele weitere so genannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, dem Theokrat Benedikt die Tore zum Bundestag öffnen, ermöglichen sie es einer seit 2000 Jahren ausbeutenden Institution wie der katholischen Kirche sich zu aklimatisieren. Diejenigen, die den demokratischen Raum gegen die Theokratie verteidigen wollen, werden beleidigt, denunziert, abgemahnt, ihnen wird das Recht auf Demonstration abgesprochen und von Staats wegen der öffentliche Prozess gemacht. Dem müssen wir Einhalt gebieten. Überlassen wir die Demokratie nicht den Technokraten, nicht den Bürokraten und auch nicht den Theokraten. Lasst uns mit Mut unseren Verstand benutzen und für ein Leben ohne Dogmen und Götter eintreten. Sowohl in Freiburg als auch in Berlin engagieren sich Einzelpersonen, Gruppen und Institutionen bei den Veranstaltungen wider den Papstbesuch. Seien Sie dabei. Sie wollen mehr wissen? Dann folgen Sie diesen Links: http://freiburgohnepapst.de/wp und http://derpapstkommt.lsvd.de
Montag, 22. August 2011
O tempora, o mores!
"Der Verfall der Sitten, den Cicero in seiner ersten Rede gegen Catilina beklagte, ist der ideologisch gefärbte rote Faden, der sich durch die Veröffentlichungen zahlreicher konservativer PublizistInnen zieht, so auch bei Eva Herman. Sie steht sinnbildlich für Personen des öffentlichen Diskurses, die sich als Verteidigerin einer reaktionären Weltsicht sehen, in der selbstbestimmtes Denken kein Platz findet. Herman kolportiert seit Jahren, dass mit dem Vormarsch der 1968er – insbesondere durch Kampf um die Gleichstellung der Geschlechter – die Gesellschaft vor dem Abgrund stehe. Gesellschaftliche Katastrophen - wie der Tod von 21 Menschen auf der Love Parade - nimmt sie zum Anlass, um das Ende der Welt herbeizureden. Sie ist das weiblich-konservative Pendant zu Sarrazin: eine Aneinanderreihung von Vorurteilen, die keiner (wissenschaftlichen) Überprüfung standhalten, aber den Nerv der Zeit treffen. Propheten ohne Jünger – bis jetzt. [...]"
Dies ist ein weiterer Beitrag zum Schwerpunkt 'Konservativismus' in der aktuellen Ausgabe (2/2011) des politischen Magazins MIZ (Materialien und Informationen zur Zeit). Sie wollen mehr wissen? Dann folgen Sie diesem Link
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Totgesagte leben länger
"Was hatten die Vertreter des Konservativismus nicht alles zu erläutern versucht. Sie teilten die Welt in Freund und Feind (Carl Schmitt), sprachen vom Ende der Geschichte (Francis Fukuyama), klärten uns über den Zusammenprall der Zivilisationen (Samuel Huntington) auf, philosophierten über die geistig-moralische Wende (Helmut Kohl) oder sie unterschieden ihr Erziehungsideal vom Lob der Disziplin (Bernhard Bueb) von dem der Emanzipation und Selbstbestimmung im Sinne der 1968er. Man möchte meinen, dass der Konservativismus seinen Zenit unlängst überschritten hat. Wer will heute noch als konservativ bezeichnet werden? Ist konservativ sein nicht längst out? Hat die traditionelle Wertevorstellung von Kinder, Küche und Kirche nicht ausgedient? Ähnlich wie in der Frage zur Rolle des Religiösen in unserer postmodernen Gesellschaft neigen manche dazu, den voreiligen Schluss zu ziehen, der Konservativismus sei an seinem Ende angelangt. [...]"
Dies ist der Beginn meines Editorials in der Ausgabe 2/2011 des politischen Magazins MIZ (Materialien und Informationen zur Zeit). Sie wollen mehr wissen? Dann folgen Sie diesem Link: www.miz-online.de
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Mittwoch, 3. August 2011
Großplakate gegen den Papstbesuch
Der Höhepunkt des Kirchenaustrittsjahres naht heran: Der Papst hat sich für den Herbst in Deutschland angekündigt, um einmal mehr seiner Mission von Anders- und Nichtgläubigen nachzukommen. Hier wird er tatkräftig von den PolitikerInnen aller im Bundestag vertretenen Parteien unterstützt. Um die Demokratie einmal zu schützen, und um das Recht auf Selbstbestimmung und Emanzipation zu betonen, sollen während des Papstbesuches Großflächenplakate über das Thema 'Kirche und Finanzen' das Verhältnis zwischen Staat und Kirche verdeutlichen. Um dieses Projekt bewerkstelligen zu können, bedarf es der ideellen und finanziellen Hilfe vieler Menschen. Wer mehr erfahren möchte, kann dies hier tun: www.helpedia.de/spenden-aktionen/kirchenaustrittsjahr
Dienstag, 28. Juni 2011
Staatsleistungen an die Kirchen einstellen
Mit der Pressekonferenz der Humanistischen Union (HU), auf die Ergebnisse der Untersuchungen zu den heute gezahlten Staatsleistungen des Bundesrepublik Deutschland an die Kirchen vorgestellt wurden, wurde zeitgleich ein neues Internetportal vorgestellt, auf dem weitere Informationen abgerufen werden können. Wer mehr erfahren möchte, kann dies hier tun: www.staatsleistungen.de
Mittwoch, 1. Juni 2011
Religionsfreie Zone in Dresden
In Dresden sind etwa 80% der Bevölkerung konfessionsfrei. Dennoch findet dort die, unter Beteiligung vieler PolitikerInnen und Prominenten der Evangelische Kirchentag statt. Unter dem Motto "... und da wird Dein Hirn sein!" gibt die Religionsfreie Zone vom 01. bis 04. Juni eine adäquate Antwort auf das religiöse Treiben. Mit einem bunten, politischen Programm, u.a. mit Carsten Frerk, Ricarda Hinz, Werner Kubitza und Michael Schmidt-Salomon, antwortet die Gesellschaft für Aufklärung, Humanismus und ReligionsFREIheit (GeFAHR e.V.) mit Vernunft auf die Missionsveranstaltungen der Kirche. Veranstaltungsort ist das Filmtheater Schauburg (Königsbrücker Straße 55, 01099 Dresden). Wer mehr erfahren möchte, kann dies hier tun: www.gbsdd.de
Sonntag, 9. Januar 2011
Leitkultur, nein Danke!
"Bereits Ende der 1990er, als Bassam Tibi den Begriff der Leitkultur prägte und dieser vor allem von konservativen PolitikerInnen für die Forcierung einer christlichen Leitkultur vereinnahmt wurde, konnte man sich eines ganz sicher sein: Wir wissen zwar nicht wovon wir reden, aber darüber reden müssen wir. Nun steht uns abermals eine Leitkulturdebatte ins Haus und wir alle, Konfessionsfreie, HumanistInnen und SkeptikerInnen tun gut daran, uns aktiv an dieser Diskussion zu beteiligen. [...]"
Dies ist der Beginn meines Editorials in der Ausgabe 4/2010 des politischen Magazins MIZ (Materialien und Informationen zur Zeit). Wer mehr erfahren möchte, kann dies hier tun: www.miz-online.de
Dies ist der Beginn meines Editorials in der Ausgabe 4/2010 des politischen Magazins MIZ (Materialien und Informationen zur Zeit). Wer mehr erfahren möchte, kann dies hier tun: www.miz-online.de
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